Die Geschichte der Schützen- und Volksfeste von Bülten
Schützenfest um 1873 nur alle vier Jahre
Bis zum Jahre 1873 befand sich die Gastwirtschaft in dem Haus des Bauern Hermann Munzel, Haus. Nr. 6.
Man erzählt, dass das Schützenfest zur damaligen Zeit nur alle vier Jahre gefeiert wurde.
Das Zelt stand in unmittelbarer Nähe der Gastwirtschaft auf der Dorfstraße, die durch Schlagbäume für einige Tage gesperrt war, so dass die Fuhrwerke durch die Teichstraße geleitet werden mussten.
Ab 1873 befand sich die Gastwirtschaft bei Heinrich Hantelmann im Hause Nr. 10.
Er liess die Zelte in seinem Garten aufbauen.
Im Jahre 1907 wurde von seinem Sohn, Karl Hantelmann geb. Februar 1880,das heutige Gasthaus mit Saal erbaut.
Nun wurden die Zelte auf dem Platz vor der Gastwirtschaft errichtet und die Schützenfeste vor der Tür des neuen Gasthauses abgehalten.
Allerdings auch manchmal auf dem heutigen Schützenplatz, der damals noch dem Bauern Frühling bzw. der Erbengemeinschaft Frühling gehörte und zuerst als Garten, später als Weide diente.
Dieser Platz wurde 1939 von Gastwirt Hantelmann gekauft, jedoch musste er ihn 1941 unter Androhung der Enteignung durch den damaligen Kreisleiter wieder herausgeben und der Gemeinde verkaufen, er war für den Bau von Lehrerwohnungen vorgesehen.
Jetzt ist er laut Gemeinderatsbeschluss endgültig zum Schützenplatz erklärt worden, der auch als Weide benutzt werden darf.
Nach dem Zweiten Weltkrieg bestand bei der Bevölkerung ein starkes Bedürfnis, die "verlorenen Jahre" nachzuholen.
Das war ein Grund dafür, die während des Krieges eingestellten Schützenfeste wieder aufleben zu lassen.
Als ein nicht fortzudenkendes Ereignis des örtlichen Gemeinschaftslebens wurde 1948 das erste Schützenfest nach dem Zweiten Weltkrieg gefeiert.
Die Würde des Bürgerkönigs errang Heinz Burmester, Junggesellenkönig wurde Henri Brüggeboes.
Der Maler hatte zeitgemässe Motive für die Schützenscheiben gewählt.
Die Junggessellenscheibe zeigte Schnapsbrenner mit einem explodierenden Destillierapparat, auf der des Bürgerkönigs sah man gefällte Bäume und den Spruch "Wer hat Dich, Du schöner Wald, in die Öfen reingeknallt?"
Nur einmal, 1966, musste das Volksfest wegen Erdarbeiten auf dem Festplatz auf dem Kinderspielplatz beim Sportplatz und dem noch umgebauten Grundstück des heutigen Kindergartens abgehalten werden.
Da Klein Bülten seit 1948 zu einem grossen Ort angewachsen ist, wird das Schützenfest nun alle Jahre gefeiert.
Früher war die Junggesellenschaft Träger des Festes: 1951 gründete man die Volksfestgemeinschaft, so dass seitdem das Risiko eines solchen Festes auf einer breiteren Grundlage ruht und eventuelle Fehlschläge, die durch eine geringe Beteiligung infolge Regenwetters oder anderer Umstände eintreten können, nicht so gravierend werden können.
Die Volksfestgemeinschaft hatte zu jener Zeit 300-400 Mitglieder.
Diese zahlten pro Person 2,00 DM für beide Volksfesttage, Nichtmitglieder hatten 2,00 DM pro Tag (0,50 DM für Eintritt und 1,50 DM Tanzgeld) zu entrichten.
Das Menü beim Königsfrühstück bestand z. B. aus Hochzeitssuppe, Zungenragout mit Blumenkohl und feinem Gemüse und kostete pro Person 3,25 DM.
Könige bekamen einen Zuschuss von 75,00 DM.
1953 begann der Festumzug erstmals am neuen Rathaus.
Da durch Curt Brüggeboes in diesem Jahr eine zweite Gastwirtschaft gebaut wurde, wechselten die Festwirte des Schützenfestes in jedem Jahr.
Seit dem Jahre 1975 liegt die Bewirtung des Volksfestes aber nicht mehr in den Händen einheimischer Gastwirte, sondern Grossunternehmen stellen die Zelte einschliesslich Bewirtschaftung.
1976 wurde zum ersten Male eine Frau Bürgerkönigin.
Marianne Maue errang die Würde.
1993 liefen die Vorbereitungen zur 675-Jahrfeier unseres Ortes auf Hochtouren.
Sie wurden eingestellt, weil Heinrich Munke herausgefunden hatte, dass die urkundliche Ersterwähnung nicht 1318, sondern schon 1232 erfolgt war.
Aus diesem Grund wurde die geplante Jubiläumsfeier abgesagt.
Im Jahre 2003 zählte die Volksfestgemeinschaft 501 Mitglieder.
Diese zahlten für die gesamten Volksfesttage 8 Euro und für das Königsfrühstück 11 Euro.
Schüler und Studenten 4 Euro.
Nichtmitglieder pro Tageskarte 6 Euro und für die gesamten Volksfesttage 13 Euro, für das Königsfrühstück 12,50 Euro.
Quelle: Chronik von Klein Bülten, R. Schulze und W. Devantie, 1955-1971
© Heimat- und Bergbauverein Klein Bülten von 1997 e.V.
(Text: aus Bulthem Luttken Bulten Klein Bülten, Die Geschichte des Dorfes Bülten)
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