Nach Erzählungen soll die Männerfastnacht, so wie sie heute noch gefeiert wird, einer Idee am Gemeindestammtisch in der Gastwirtschaft Hantelmann entsprungen sein.
Dort trafen sich am Festnachtmontag die Männer mit dem Bürgermeister.
Es wurden Probleme und Belange der Gemeinde diskutiert.
Die Amtssprache war Plattdeutsch.
Anwesende, die bei Wortmeldungen dieses Platt nicht beherrschten, wurden zu einer Runde Bier "verdonnert".
U. a. wurden Wege in der Feldmark verpachtet.
Sie waren zu damaliger Zeit dicht mit Gras bewachsen.
Nur eine Wagenspur führte hindurch.
Von Ziegen und Kaninchenhaltern waren sie sehr begehrt und die Pacht für das "Gemeindesäckel" eine zusätzliche Einnahmequelle.
Anschliessend wurde gemeinsam gevespert.
Jeder hatte sich Brot und Wurst mitgebracht, und bei Bier und Korn, oder aber auch mit Kartenspielen klang die Feier aus.
Die Zahl der Einwohner Klein Bültens vergrösserte sich.
Die Gaststube wurde schliesslich zu klein, so dass die Feier auf dem Saal stattfinden musste.
Die Plattdeutsch-Pflicht wurde aufgehoben.
Um die Teilnahme für alle Männer attraktiver zu gestalten, wurde um 1960 beschlossen, nach dem Gemeindestammtisch eine sogenannte Männerfastnacht durchzuführen.
Es wurde ein "Dreierrat" gewählt.
Dem gehörten Georg Prziwara, Helmut Janke und Hubert Rossa an.
Ihr Fastnachtprogramm nahm man so gut an, dass sich im folgenden Jahr bereits 150 Männer auf dem Saal der Gastwirtschaft Hantelmann einfanden.
Büttenreden, Sketche und Musik waren der feste Bestandteil einer jeden Fastnachtveranstaltung.
Ein weiterer Höhepunkt das Einwiegen von frisch vermählten Männern und männlichen Neubürgern auf der Hoppeschen Kohlenwaage.
Pro 10 Pfund Lebendgewicht war von ihnen 1 DM zu entrichten.
Etwa 1980 hatte das Fastnachtprogramm einen so breiten Rahmen erlangt, dass beschlossen wurde, das Erörtern der Gemeindebelange auf einen anderen Tag zu verlagern.
Deshalb wurde im Jahre 1981 das Martini-Essen (Braunkohlessen) eingeführt (näheres hierzu unter Martini-Essen).
1992 eröffnete erstmalig eine Frau die Männerfastnacht.
Karin Sczypior, Vorsitzende der Volksfestgemeinschaft, leitete die Veranstaltung unter dem Motto "Wir sind die Buben vom Fuhsetal" ein.
Vorbei ist die Zeit, in der die Männerfastnacht an Besuchermangel kränkelte.
Rund 120 Menschen hörten sich den Gesang der zwölf "Kreischsägen" an und spendeten auch dem Trio Otto-Heinz Könnecker, Dieter Pelzer und Heinz Rogalski viel Beifall für die Titelmusik.
Binnen einer halben Stunde sei der Text fertig gewesen", sagte Könnecker, der Autor.
"Ich hatte wohl einen guten Tag".
Die Melodie stammte aus dem Leinetal, er hatte sie bei einer Geburtstagsfeier aufgeschnappt.
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