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Peiner Beton und Beteilungs-GmbH & Co KG-Ilsede-Bülten

Von Helmut Wöbbeking

Mit der Lattemannschen Kiesgrube fing es an

Otto Lattemann, der in Groß Solschen ein Baugeschäft betrieb, eröffnete am 1. April 1925 eine Sand-und Kiesgewinnungsanlage in Klein Bülten. Die Kiesgrube mit Förderanlage befand sich auf dem Gelände, das im Strassenwinkel Sandweg/ Hinter der Schule liegt.

Der Abbau von Sand und Kies war damals reine Handarbeit, wobei doch schon Tagesleistungen von bis zu 50 Kubikmetern erreicht wurden. Die Hilfe eines Pferdes war für die Gewinnung des Materials unentbehrlich. Es zog die Kieslore aus der Sandgrube auf die Verladerampe. Die Pferdefuhrwerke im Betrieb waren das wichtigste Transportmittel. Erst nach 1946 wurde die Anlage elektrifiziert, mit modernen Maschinen ausgestattet und der Kreis mittels Schrapper aus bis zu 12 Metern Tiefe gefördert. So konnte damals dieser Geschäftszweig des Baugeschäftes Lattemann den späteren Erfordernissen gerecht werden.

Die Kiesgewinnung in der alten Grube wurde in den 1950er Jahren eingestellt. Eine neue Grube war erschlossen worden und die Fördrung wurde voll mechanisiert. Ab 1955 war hier erstmalig ein Saugbagger im Einsatz: auf den Namen “Hedwig” hatte man ihn getauft.

In dieser Zeit wurde in der stillgelegten Grube auch das erste Betonwerk gebaut, eine kleine Anlage mit einer Tageserzeugung von 150 Kubikmetern, die 1963 erweitert wurde und die Basis für die 1964 gegründete “Peiner Frischbeton GmbH” war. Das Besondere solcher Betonwerke ist, dass an zentraler Stelle grosse Mengen Beton in gleichbleibender und geprüfter Qualität hergestellt werden, die mit Strassenfahrzeugen, den Transportmischern direkt zu den Baustellen gebracht und dort sofort verarbeitet werden.

1969/ 70 erfolgte in Bülten der Neubau eines Betonwerkes. “Peiner Frischbeton” wurde damit zum grössten Transportbetonwerk in Niedersachsen und konnte täglich bis zu 800 Kubikmetern Beton liefern. Das Erzeugnis erfüllte jetzt auch die höchste Qualitätsanforderung der Bautechnik.

Rationalisierungsmassnahmen auf dem gesamten Bausektor machten den Transportbeton immer populärer, so dass ein noch leistungsfähigeres Werk errichtet werden musste. “Peiner Frischbeton” erwarb in der Handorfer Gemarkung Gelände zum Kiesabbau und baute 1978 dort auch ein neues Werk für eine Tageserzeugung von über 1000 Kubikmetern. Auf dem alten Bültener Betriebsgelände werden weiterhin Verwaltungsgebäude, Werkstätten, Sozialräume, Garagen, eine betriebseigene Tankstelle und Lagerplätze unterhalten.

Das Unmternehmen expandiert

Im Laufe der Jahre sind zu den Betrieben der Kiesgewinnung und Betonherstellung sowie dem Baugeschäft Lattemann noch ein Betrieb für Baustoffprüftechnik und mehrere Betontransportgesellschaften hinzugekommen. Das Unternehmen “Peiner Frischbeton GmbH” das jetzt ein Einzugsgebiet von Hannover-Langenhagen bis Magdeburg hat, wurde am 1. Mai 2003 in die Holding “Peiner Beton-und Beteiligungs-GmbH & Co KG Ilsede-Bülten” umgewandelt. Zur Holding gehören 10 Beteiligungsfirmen. Der Name des Gründers des fast 100 jährigen Familienunternehmens ist in der Beteiligungsfirma “Lattemann Bau GmbH Ilsede Solschen” erhalten geblieben.

Unternehmerpersönlichkeiten führten die Firma zum Erfolg

Der Maurer Otto Lattemann gründete das Baugeschäft 1909 in Groß Solschen, nachdem dessen bisheriger Arbeitgeber Heinemann seinen Betrieb in Adenstedt geschlossen hatte. Mit Heinemanns Empfehlungen bei alten Kunden und Lieferanten gelang Lattemann ein guter Start in die Selbstständigkeit.

1920 trat der Sohn Karl als Bauingenieur, deren Leitung der Senior dem erst Achtundzwanzigjährigem 1928 übertrug, an. Karl Lattemann vergrössrte das Unternehmen erheblich, festigte dessen guten Ruf und weitete die Geschäftsbeziehungen über die Kreisgrenze hinaus aus. In Klein Bülten war Lattemann an wichtigen Bauprojekten beteiligt. Siedlungshäuser und Schule 1938/ 41, Rathaus 1952, Markuskirche 1956/ 57.

Als Mitinhaber trat 1952 der Dipl.-Ing. Gerhard Kossack, Lattemanns Schwiegersohn, mit in die Geschäftsführung ein, für die er ab 1954 allein verantwortlich wurde. Auf seine Initiative hin entstand die zweite Säule des Unternehmens, die Erzeugung und der Vertrieb von Transportbeton.

Die Verantwortung für die Holding hat eine vom Verwaltungsrat kontrollierte zentrale Geschäftsführung, der Gerhard Kossack, Manfred Mai und Jörg Kossack angehörten. Gesellschafter der Holding sind Gerhard Kossack, seine Ehefrau Hanna, ihr Sohn Jörg, Manfred Mai und der Enkelsohn Nils Kossack. Mit Nils Kossack ist nun die fünfte Generation in der Familie Lattemann/ Kossack in dem Unternehmen tätig. Im Verwaltungsrat hat der Firmensenior Gerhard Kossack den Vorsitz inne.

© Heimat- und Bergbauverein Klein Bülten von 1997 e.V.
(Text: aus » Bulthem Luttken Bulten Klein Bülten, Die Geschichte des Dorfes Bülten)

» www.peiner-frischbeton.de

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