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Von Pastor Martin Blasig

Nachdem Pastor Ernst Balzer fast 10 Jahre in unserer Kirchengemeinde tätig gewesen war, verließ er am 31.Januar 1962 unseren Ort, um in Peine eine Pfarrstelle zu übernehmen. Während seiner Amtszeit ist in der Kirchengemeinde viel geschehen, wozu er einen erheblichen Teil der Vorarbeiten geleistet hatte. Die Markuskirche wurde 1956 eingeweiht; das neue Pfarrhaus konnte 1957 bezogen werden; die Kirche bekam 1962 eine Orgel. Außerdem gab er noch einige Religionsstunden an hiesiger Schule. Zu seiner Zeit wurden erste Überlegungen zur Einrichtung eines e.v. Kindergartens angestellt.

Nach seinem Fortgang wurden die kirchlichen Handlungen bis auf weiteres vom Pfarramt Groß Bülten versehen.

Der Pfarrvikar Siegfried Bösel, der am 25. Oktober 1964 seine Probepredigt gehalten hatte, wurde am 22. November 1964 in sein Amt eingeführt. Die Gemeinde nahm an der Einführung starken Anteil. Fast bis auf den letzten Platz war die Kirche gefüllt. Pfarrvikar Bösel war 32 Jahre alt. Er stammte aus Pommern. Seine theologische Ausbildung erhielt er auf dem Missionsseminar in Hermannsburg, da er ursprünglich als Missionar nach Afrika gehen wollte. Aus äußeren Gründen zerschlug sich jedoch dieser Plan, so daß Pastor Bösel nun seinen Dienst in der christlichen Verkündung in der Heimat versah.

Er hatte eine Pfarrstelle im Zonengrenzgebiet des Wendlandes im Kreis Dannenberg. Pastor Bösel war verheiratet und hatte einen dreijährigen Sohn. Seine Frau war der Gemeindearbeit nicht unkundig, da ihr Vater ebenfalls Geistlicher war.

Die Liturgie im Einführungsgottesdienst wurde ausgeführt von Pastor Balzer, Peine, der vorher die Gemeinde jahrelang seelsorgerisch betreut hatte. Die Predigt hielt Pastor Misdorf. Ihm oblag seit Februar 1964 vvon Groß Bülten aus die Vertretung in der Gemeinde. Superintendent Rauterberg führte den neuen Pastor ein. Er gab dabei einen kurzen Rückblick auf die Geschichte der Kirchengemeinde Klein Bülten und führte dem neuen Geistlichen seine Aufgaben in der Gemeinde vor Augen. Unter Gebet und Handauflegung wurde Pastor Bösel sein Amt übertragen. Den Schlußsegen hielt der neue Geistliche selber.

Lange Jahre blieb Pastor Bösel als Seelsorger in der Kirchengemeinde. Seinen Einsatz wie auch dem Engagement seiner Frau und des Mütterkreises war es zu verdanken, daß Bülten auch endlich am 11. November 1972 einen eigenen Kindergarten erhielt. Viele andere Impulse, vor allem in der Jugendarbeit, hat er der Kirchengemeinde gegeben. Die Jugendgottesdienste sind vielen noch in guter Erinnerung; so etwa ein Jugendgottesdienst mit Abendmahl, den 350 Gottesdienstbesucher mitfeierten, von denen ca 200 zum Abendmahl gingen! In seine Amtsjahre fiel auch der erste Gottesdienst zum "Weltgebetstag der Frauen", der am 6. März 1976 in der Markuskirche gefeiert wurde.

Doch am 20. Juni 1976 ging die Zeit von Pastor Siegfried Bösel als Pastor der Kirchengemeinde Bülten zu Ende. Im Gottesdienst zum 1. Sonntag nach Trinitatis wurde er mit seiner Familie nach 11jähriger Tätigkeit in Bülten feierlich verabschiedet, um nunmehr in Langenhagen als Pastor tätig zu sein.

Die Vakanzvertretung übernahm Pastor Heinemeyer aus Groß Bülten. Es wurde für die Kirchengemeinde eine lange Zeit ohne eigenen Pastor. Über zweineinhalb Jahre war das Pfarramt Bülten nicht mehr mit einem eigenen Pastor besetzt.

Dann wurde endlich am 4. Sonntag nach Epiphanias, dem 28. Januar 1979, Pastor Eberhard Sabrowski in der Markuskirche durch Herrn Landessuperintendent Ernst Henze feierlich ordiniert. Am letzten Sonntag nach Epiphanias feierte Pastor Sabrowski den ersten Gottesdienst mit der Gemeinde. Am 24. Dezember 1979 wurde in der Heiligen Nacht die erste "Mitternachts-Vesper" begangen, die unter den Namen "Christmette" und "Christnacht" als besinnlicher Ausklang des Christabends seither ständig gefeiert wird. Pastor Sabrowski entwickelte erste Pläne und Anstrengungen zum Bau eines Gemeindehauses auf dem Grundstück neben der Kirche. Aus Kostengründen ließen sich diese Absichten jedoch nicht verwirklichen.

Am 12. Oktober 1980, das war der 19. Sonntag nach Trinitatis, wurde Pastor Sabrowski durch Superintendent Bremer in sein Amt als ordentlicher Pastor der Gemeinde Bülten eingeführt, nachdem er zuvor offiziell "Pastor zur Hilfeleistung" gewesen war.

Die Zeit als Bültener Gemeindepastor ging für Eberhard Sabrowski am 19. Mai 1983 zu Ende. Am Trinitatis-Sonntag wurde er im Gottesdienst von der Gemeinde feierlich verabschiedet, um das Amt eines Gemeindepastors in Gronau / Leine zu übernehmen. Pastor Heinemeyer übernahm wiederum die Vakanzvertretung.

Diesmal konnte die Gemeinde schon am 5. Februar 1984 wiederum einen jungen Pastor begrüßen. Am 5. Sonntag nach Epiphanias feierte Pastor Matthias Riemann seinen ersten Gottesdienst in der Markus-Kirche. Eine Woche später wurde er durch Landessuperintendent Badenhop aus Hannover feierlich ordiniert.

Am Ostersonntag, dem 22. April 1984, wurde in der Markus-Kirche zum ersten Mal die Osternacht, ein besonders feierlicher liturgischer Gottesdienst, um 5.00 Uhr morgens gefeiert. Die Feier der Osternacht wurde schnell eine feste Tradition, die der Gemeinde und dem Kirchenvorstand sehr am Herzen lag und noch im Jahr 2003 große Bedeutung hat.

Pastor und Kirchenvorstand bemühten sich gemeinsam um eine Erweiterung des bestehenden Gemeinderaums. Pastor Riemann entwickelte dabei konkrete Pläne für den Anbau an den bestehenden Gemeinderaum; konnte diese Pläne jedoch zu der Zeit nicht verwirklichen, zumal das Wirken von Pastor Riemann in Bülten bald zu Ende ging. Zum Abschluß seiner Hilfspredigerzeit verließ er die Kirchengemeinde und wurde am 29. Juni 1986 im Gottesdienst von der Gemeinde verabschiedet. Er übernahm die Aufgabe als Gemeindepastor in Winsen an der Aller. Wiederum bekam Pastor Heinemeyer aus Groß Bülten die Vakanzvertretung.

Die Vakanzzeit war glücklicherweise wieder recht kurz. Die Landeskriche ernannte wieder einen jungen Hilfsprediger, der mit Frau und Kind am 29. Januar 1987 im Pfarrhaus einzog und gleich herzlich begrüßt wurde. "Von Nachbarn mit heißer Suppe empfangen", titelte danach die Lokalzeitung. Am letzten Sonntag nach Epiphanias, am 8. Februar 1987, predigte Pastor Martin Blasig zum ersten Mal in der Markuskirche Bülten. Am Samstag, dem 21. Februar, wurde er durch Landessuperintendent Henze aus Hildesheim ordiniert. Nach der Probezeit wurde Martin Blasig vom Kirchenvorstand als Ortspastor gewählt und in einem Festgottesdienst am 15. Mai 1990 von Superintendent Reese in sein Amt eingeführt.

© Heimat- und Bergbauverein Klein Bülten von 1997 e.V.
(Text: aus » Bulthem Luttken Bulten Klein Bülten, Die Geschichte des Dorfes Bülten)

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