Die Geschichte der Evangelischen Markuskirche in unserem Wohnort Bülten von 1955 an wird ihnen von uns nun hier auf dieser Seite vorgestellt. Bei diesem Text handelt es sich um den Geschichtstext aus der Chronik von Bülten von 2003. Niedergeschrieben wurde dieser von Pastor Martin Blasig. Herrausgeber der Chronik " » Bulthem Luttken Bulten Klein Bülten, Die Geschichte des Dorfes Bülten" ist der » Heimat- und Bergbauverein Klein Bülten von 1997e.V..
Der Kirchenbau
Von Pastor Martin Blasig
Grundsteinlegung
Ende Oktober 1955 begannen die Ausschachtungsarbeiten für den Kirchenbau. Die Grundsteinlegung erfolgte am Sonnabend, den 19 November nachmittags um 15:30 Uhr. Dieses für Klein Bülten wohl einmalige Ereignis fand unter starker Beteiligung der Einwohner statt. Inmitten der sich ein bis zwei Meter über den Erdboden erhebenden Grundmauern des Kirchenneubaues ragte ein großes, schlichtes Holzkreuz empor, als sich sehr viele Einwohner, der Kirchenvorstand, die Ratsherren sowie Vertreter der Wirtschaft und der am Bau beteiligten Firmen zur Grundsteinlegung eingefunden hatten. Superintendent Rauterberg aus Groß Solschen und der Ortsgeistliche, Pastor Balzer, stellten den Kirchenbau unter den Schutz Gottes.
Als erster tat dann Superintendent Rautenberg die symbolischen drei Hammerschläge auf den Grundstein. Ihm schlossen sich an Pastor Balzer, die Kapellenvorsteher Bähre, Marris, Prange und Munzel, Architekt Renneberg aus Hildesheim und Baumeister Lattemann aus Groß Solschen. Ein jeder sprach einen Segenswunsch für das im Entstehen begriffene Gotteshaus, zumeist aus der Heiligen Schrift entnommen begleitet von den drei Hammerschlägen. Mit dem gemeinsam gesprochenen Vaterunser und dem Choral "Nun danket alle Gott" klang die feierliche Grundsteinlegung aus.
Das Bauwerk
Das 27,84 Meter lange und 15 Meter breite Gotteshaus fügt sich mit seinem modernen Baustil harmonisch in das umgebende Siedlungsgebiet. Der 20 Meter hohe Turm, der einen Goldenen Wetterhahn hat, ist in den Hauptbau einbezogen und bildet mit dem Westwerk, in dem auch der Konfirmandensaal und die Orgelempore untergebracht sind, eine Front. Das Kirchenschiff selbst ist asymmetrisch angelegt. Die südliche Turmseite kehrt ihre Front der Schützenstraße zu, so das die Achse des Kirchenschiffes in Richtung von Südosten nach Nordwesten verläuft. Der Kirchturm hat ein Satteldach und nimmt drei Glocken auf. Der Altarraum erhält sein Licht hauptsächlich durch die hohen, schmalen Fenster der Ostseite. Der Eingang liegt im Westen, wo eine große Dachfläche besonders weeit heruntergezogen ist. Die Nordseite als Stirnwand des Altarraumes ist in einem oberen Teil von einem großen Bildglasfenster eingenommen. Das Kirchenschiff weist 200 und die Empore 56 Sitzplätze auf. Auf der Empore ist eine Orgel mit 16 Registern aufgestellt. Bei besonderen Anlässen können die Besucher des Gottesdienstes auch noch auf den rund 100 Stühlen des Konfirmandensaals, der durch große Schiebetüren geöffnet werden kann und somit mit dem Kirchenschiff verbunden ist, Platz nehmen.
Im Innenraum der Kirche ist allbeherschend das lebensgroße, an der Decke vor dem Altar aufgehängte, kupferne Kruzifix. Es wurde von dem Bremer Goldschmiedemeister Bolze ausgeführt. In dessen Werkstatt auch der Schmelzemaileschrein hergestellt ist, der als Hauptbild das Heilige Abendmahl darstellt, an den Seiten von zwei Evangelisten flankiert. Auch die zwei Altarleuchter, das silberne Taufbecken sind ein Werk des Bremer Goldschmiedemeisters.
Die Glocken der neuen Kirche
Am 3. Oktober nachmittags hörte man im Ort ganz kurz Glockengeläut von der neuerbauten Kirche. Man hatte die drei Glocken im Turm angebracht und zur Probe geläutet. Die Zeitung berichtet darüber folgendes: "In dem noch kahlem Innenraum des Klein Bültener Kirchenneubaues stehen zur Zeit die drei von der Gemeinde gestifteten Glocken, die in den nächsten Tagen von innen in den Glockenturm hinnaufgezogen werden. Alle drei Glocken - die größte hat einen Durchmesser von 1,13 m - tragen eine Inschrift, das sie von der politischen Gemeinde Bülten gestifet worden sind. Alle drei sind von verschiedener Größe, und auf jeder ist in erhabenen Lettern ein Bibelspruch zu lesen. Die Große Glocke trägt folgende Inschrift: "Nun aber bleibt Glaube + Hoffnung + Liebe + Diese Drei + Aber die Liebe ist die größte unter ihnen" (1.Korinter 13,13). "Wisset + daß Euer Glaube + Wenn er rechtschaffen ist + Geduld wirkt" (Jakobus 1,3) steht auf der mittleren zu lesen, während auf der kleinen Glocke vermerkt ist: "Hoffnung läßt nicht zuschanden werden" (Römer 5,5).
Weihe des Gotteshauses
Am 4.Adeventssonntag, dem 13. Dezember 1956, wurde unser neues Gotteshaus, genannt "Markuskirche", feierlich geweiht. Die Peiner Allgemeine Zeitung schrieb darüber folgendes "Während ein leichter Schneefall niederging, versammelten sich vor dem Klein Bültener Rathaus die Geistlichen des Kirchenkreises Groß Solschen und die zahlreich geladenen Ehrengäste, unter ihnen mehrere Hüttendirektoren, die Mitglieder des Kirchenvorstandes und die Vertreter der am Bau beteiligten Firmen. Die Geistlichen trugen die beiden großen Wachskerzen für den Altar und die Kirchengerätschaften in ihren Händen, als sich der Zug langsam unter Vorantritt des Posaunenchores Groß Lafferde in Bewegung setzte. Mit dem Segenswunsch "Möge Gott der Herr alle segnen und Gnade geben, die hier sein Antlitz suchen', reichte der Landessuperintendent den Schlüssel an Pastor Balzer weiter, der im Namen Gottes die Kirchentüren aufschloß".
Die feierliche Weihe der Markuskirche nahm Landessuperintendent Detering im Inneren mit Rahmen eines Festgottesdienstes vor. Dann vereinten sich alle drei Glocken zu einem machtvollem Geläute.
"Möge diese Kirche ein Werk werden", sagte Pastor Balzer, "das für die Zukunft von Klein Bülten, vor allem innerlich, eine entscheidende Bedeutung besitzt. Möge sie nicht vergeblich gebaut worden sein, sondern bewirken, das sich das Bild von Klein Bülten ändert, auf das unser Dorf eine lebendige Gemeinde wird."
Die Weihepredit von Landessuperintendent Detering stand unter dem Bibelwort aus dem Markusevangelium "Wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter.
Mit Bezug auf die Ereignisse in Klein Bülten predigte Superintendent Rauterberg über das Bibelwort aus dem Buch der Könige "Herr, laß dein Auge offen stehen über diesem Hause bei Tag und Nacht", das Salomo einst bei der Weihe des großen Tempels sprach.
Zum Ausklang des Weihegottesdienstes, der von Chorälen des "Schwesternchores des Kreiskrankenhauses musikalisch umrahmt war, wurde gemeinsam "Nun danket alle Gott" gesungen.
Neue Orgel in der Kirche 1962
Nachdem unsere Kirche im Jahr 1956 errichtet und am 4.Advent eingeweiht worden war, ist jetzt eine Orgel eingebaut worden. Das Mauerwerk der neuen Kirche mußte erst einige Jahre trocknen, da der Mechanismus der Orgel durch Feuchtigkeit nicht beeinträchtigt werden sollte. Ferner wollte man genügend Geld beisammen haben, um sie gleich bezahlen zu können.
Der Orgelbaumeister Hillebrand aus Hannover hat sie in einjähriger Arbeit in seiner Werkstatt in Hannover hergestellt. Der Einbau auf der Kirchenempore dauerte ein Vierteljahr. Sie hat 14 Register und kann noch um zwei erweitert werden. Die Kosten betrugen 32.000 DM. Diese wurden von der politischen Gemeinde und von der Kirchengemeinde Klein Bülten sowie vom Landeskirchenamt aufgebracht, so daß Sammlungen für die Orgel nicht zu erfolgen brauchten. Die Einweihung fand am 9.September 1962 während des Gottesdienstes durch Superintendent Rautenberg, Groß Solschen, statt.
Der Anbau an den Gemeinderaum
Trotz der Vakanz nach dem Abschied von Pastor Riemann gelang dem Kirchenvorstand in dieser Zeit des Übergangs eine wichtige Weichenstellung. Mit Hilfe des damaligen Landrats, Helmut Gland, konnte der Kirchenvorstand öffentliche Fördergelder vom Land Niedersachsen, dem Landkreis Peine und der Gemeinde Ilsede für einen Anbau an den Gemeinderaum der Kirche gewinnen. Nun bewilligten auch Landeskirche und Kirchenkreis Ölsburg die entsprechenden Mitte; und auf der Grundlage der Planungen von Pastor Riemann konnte die Bauplanung durch das kirchliche Bauamt beginnen.
Im ersten Amtsjahr von Pastor Blasig begannen die Bauarbeiten zu diesem Anbau der Gemeinderäume, der schnell emporwuchs und am 28.Februar 1988 in einem feierlichen Gottesdienst durch Superintendent Reese eingeweiht wurde. Zu dem bestehenden Gemeinderaum bekam die Kirchengemeinde einen Jugendraum sowie endlich eine Küche und sanitäre Einrichtungen, die man benutzen konnte, ohne das Gebäude zu verlassen. Kindergottesdienst, Konfirmanden, und Eltern-Kind-Gruppen zogen sogleich in den neuen Raum um, aber auch andere Gruppen und die Gemeinde als Ganzes hatte keine Mühe, sich dort einzugewöhnen. Mütterkreis und Kirchenchor nutzten bald den Jugendraum und bei größeren Gemeindeveranstaltungen ist er als Kaffeestube nicht mehr wegzudenken. Die Gemeindearbeit verdankt den neuen Räumlichkeiten viele Impulse.
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(Text: aus » Bulthem Luttken Bulten Klein Bülten, Die Geschichte des Dorfes Bülten)
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