Landwirtschaft früher und heute
Vom Bauerntum zur Landwirtschaft
Von Ilse Wittenberg
Entstehung der Höfe zur Zeit des Großen um 750
Um 750 kam Karl der Große mit seinem Heere und einem Schwarm von Mönchen und Predigern ins Sachsenland. Es begann das “Bauernlegen” im Kreise Peine und die älteste Verkopplung, d. h. Aufteilung der Marken nach fränkischem Gesetz. War eine Gegend, z. B. das Fuhsetal, unterworfen, so mussten Sachsen, in etlichen Gegenden der “dritte Mann”, ihre Heimat verlassen und wurden in alle Teile des fränkischen Reiches Karls des Großen geführt, nach Frankreich, Belgien, Süddeutschland, ja bis nach Spanien hin. Die Güter dieser verbannten Freien zog Karl der Große ein und belohnte damit seine Beamten, Grafen genannt, oder schenkte sie seinen Getreuen. Aber das meiste behielt er selber, Krongut genannt, welches er durch Hofmeister, auf lateinisch villici genannt, bewirtschaften ließ. Diese Krongutverwalter hießen auf lateinisch “majores”, die Verwalter woraus unser heutiger Familienname “Meyer” geworden ist.
Von nun an gab es also in Niedersachsen Gutsverwaltungen und Höfe der Freien, die unter dem Namen Bauernhöfe oder Sattelhöfe heute noch bekannt sind. Für die Kronhöfe blieb der Name “villicatio”. Aus diesen riesigen Höfen der Freien und den Krongütern müssen unsere Dörfer entstanden sein. Die Brüder und Verwandten, auch Unfreie, siedelten sich um den Hauptbahnhof an, von dem eine Hufe nach der anderen gleichsam absplitterte und von den Köthnern oder Kothsassen in Bewirtschaftung genommen wurde. Das Wort Köthner kommt von dem lateinischen “cotteres”, d. h. die Abgesplitterten. Diese Köthner treten zum ersten Male ums Jahr 1000 auf.
Wie überall, so begannen auch die Menschen an der Fuhse damit, die Scholle zu pflügen und das Land zu bewirtschaften. Aus Jägern und Sammlern wurden Bauern. Jetzt hatte jeder um sein Haus herum sein Gebiet, sein Eigen, auf lateinisch: suam quisque domum spato circumat. Damit haben wir die Zelle der Hofgüter, den Zellenhof, nämlich: Wohnungen, Garten und Bleek. Das Vieh erhält seine Ställe zu winterlicher Zeit, und die fahrende Habe wird zu Ackergärten und zu Wohnungseinrichtungen.
Quelle: Quellen zur bäuerlichen Hof-und Sippenforschung.
© Heimat- und Bergbauverein Klein Bülten von 1997 e.V.
(Text: aus » Bulthem Luttken Bulten Klein Bülten, Die Geschichte des Dorfes Bülten)
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