von Kurt Schridde
Als Klein Bülten im 19. Jahrhundert noch ein kleiner Ort war, kam ein Briefträger zu Fuss aus Peine und brachte die Postsachen; gleichzeitig nahm er auch von den Einwohnern Postsachen entgegen, um sie beim Postamt in Peine abzuliefern. Im jahre 1893 wurde hier eine Poststelle eingerichtet, wo man Postsachen abgeben und Marken kaufen konnte. von nun an kam ein Pferdewagen aus Peine und fuhr über Handorf, Klein Bülten, Groß Bülten, Groß Solschen nach Adenstedt.
Im Dorf trug der Brieträger die Postsachen aus, und dann fuhr der Wagen weiter zum nächsten Ort.
Auf demRückweg nahm er die bei den Posthilfstellen eingegangene Post mit nach Peine.
Nachdem in Groß Ilsede im Jahre 1931 ein Postamt gebaut worden war, kam er nur noch für die Orte Klein Ilsede, Handorf und Klein Bülten von Peine. Die Briefträger nutzten von nun an das Fahrrad für die Postzustellung.
1912 wurde eine öffentliche Fernsprechstelle eingerichtet, deren Anlage von der Gemeinde bezahlt werden musste.
Jetzt konnte sich der Poststelleninhaber, der damalige Gastwirt Karl Hantelmann, gegebenenfalls Tag und Nacht zur Verfügung halten.
Die Telefonleitung ging von Peine über Handorf, Klein Bülten, Rosenthal nach Berkum, und jeder Ort hatte sein besonderes Rufzeichen, so dass es zwar öfter klingelte, aber der betreffende Ort nur mit seinen festgelegten Rufzeichen (dreimal kurz usw.) gemeint war.
1912 wurde die Posthilfsstelle zur Poststelle erhoben.
Von nun an kam ein Postauto täglich zweimal aus Peine, und die Postsachen wurden in den einzelnen Orten von örtlichen Postausträgern zugestellt, zuerst von Karl Hantelmann. Der Zunahme der Einwohner ab 1938 trug die Post Rechnung und hob die bisherige Poststelle von Poststelle II zur Poststelle I.
Die Leitung übertrug man Frl. Elli Wittig.
Die Poststelle zog 1939 von Haus Nr. 49 in das Haus Nr. 30 um, wo sie fast 30 Jahre blieb.
Als Zusteller nahm die Postverwaltung die Frauen Käthe Walkling und Käthe Altmeier an.
Diese zwei Frauen hatten es besonders bei schlechtem Wetter recht schwer weil es in der Siedlung und im Dorf fast keine befestigten Strassen gab. Ihre privaten Fahrräder konnten die beiden Zustellerinnen nur als "Tragtiere" benutzen.
Nachfolger von Käthe Altmeier wurde 1946 der heimatvertriebene Pöstschaffner Jüttner.
Die Postmitarbeiter Meltzer und Stenzel lösten nach einiger Zeit die beiden Frauen als Postzusteller ab.
Für Stenzel wurde 1955 Frau Kunze eingestellt.
Nach der Pensionierung des Postschaffners Meltzer übernahm Werner Sawatzki die Arbeit.
Am 1. April 1965 ließ sich Frl. Wittig nach 27jähriger Tätigkeit in den Ruhestand versetzen.
Die Stelle wurde danach von einem Postsekretär verwaltet.
Bei der Post waren zu dieser Zeit Frau Dickmann als Halbtagsangestellte.
Werner Sawatzki als Postzusteller, Frau Bode und Frau Habel (abwechselnd oder vertretungsweise) als Paketzustellerinnen beschäftigt.
Am 1. Oktober 1968 wurde die Poststelle 1 zum Postamt erhoben und am 15. Oktober desselben Jahres das neue Postamt im Anbau des Gebäudes der Zweigstelle der Kreissparkasse seiner Bestimmung übergeben.
Die Geschäftsräume der Post haben hier eine Nutzfläche von 85 qm.
Wenn es üblich wäre, dass Behördendienststellen ihre Jubiläen feierten, dann hätte es die Post zugleich mit dem Einzug in ihr neues Domizil tun können: sie wurde 75 Jahre alt.
Damals (1893) war es eine Posthilfsstelle, die errichtet wurde.
Erster Betriebsleiter des neuen Postamtes wurde Postverwalter Hans Albert Fleck.
Postzustellerin zu dieser Zeit war Frau Gisela Backmann, nach der ca.e 20jähriger Dienstzeit 1979 Frau Anneliese Päselt die Stelle übertragen bekam.
Sie blieb bis 1989.
Neue Bütener Poststelle
Der Peiner Postamtchef Hans-Joachim Streich eröffnete am 13. Januar 1993 die neue Poststelle im Waldweg 20 im ehemaligen Geschäft Schridde.
Der Umzug aus den bisherigen Räumen " An der Markuskirche 35" war wegen der Erweiterungsabsichten des Vermieters, der Kreissparkasse Peine, nötig geworden.
Dem ersten Betriebsleiter Hans-Albert Fleck, folgten 1969 "Friedel" Schütte und 1978 Hans-Joachim Schottstädt.
1989 wurde im Zuge der Zentralisierung das Bültener Postamt wieder zur Poststelle umgewandelt.
Leiterin der neuen Poststelle war Liane Kegelmann.
Sie war seit 1968 im Postdienst Bülten beschäftigt und hatte im März 1991 Hans-Joachim Schottstädt abgelöst.
Am 1. Dezember 1996 übernahm Frau Christa Buchholz aus Solschen die Leitung der Poststelle bis zu deren Schliessung am 17. Januar 2000.
Postzustellerinnen waren seit 1990 Frau Iris Schneider und seit 1991 Lilli Mucha.
Sie erledigten die Postzustellung mit dem Fahrrad.
Der ehemalige Lebensmittelladen Schridde (ca. 50 qm) wurde nach den Wünschen der Post umgebaut.
Die Kosten von über 60.000.- DM musste der Vermieter übernehmen.
Der Bauherr/ Vermieter schloss einen Mietvertrag mit der Bundesrepublik Deutschland ( Deutsche Bundespost-Postdienst) für die Dauer von 10 Jahren ab.
Doch so lange hielt es die Post nicht an diesem Ort.
Mit einem Schreiben vom 10. Januar 2000 wurde dem Vermieter mitgeteilt, dass die von der "Deutschen Post AG" gemieteten Filialräume aufgrund organisatorischer Änderung nach dem 18. Januar 2000 nicht mehr benötigt würden.
Das Mietverhältnis dauerte unter Einhaltung der Kündigungsfrist bis zum 31. Januar 2002, das heisst es wurde bis dahin Miete gezahlt.
So fiel die Poststelle Bülten dem Sparzwang der Deutschen Post AG zum Opfer und seit Mitte 2000 wird nun im Laden von Adelheid Starke, Schützenstrasse 13, eine Postagentur unterhalten.
Während die Post die bisher von Groß Ilsede nach Bülten kam, hier gesteckt (zustellungsgerecht sortiert) und dann den Empfängern zugestellt,
nach Schliessung der Poststelle Bülten von Groß Ilsede aus zugestellt.
Seit dem 18. August 2003 erfolgt nun die Postzustellung durch Frau Schneider und Frau Mucha nicht mehr mit Fahrrädern, sondern mit einem Dienst-PKW.
Quelle: Chronik von Klein Bülten "R. Schulze und W. Devantie"
1955-1971; PAZ Jan.,
1993 und Aug. 1993
© Heimat- und Bergbauverein Klein Bülten von 1997 e.V.
(Text: aus » Bulthem Luttken Bulten Klein Bülten, Die Geschichte des Dorfes Bülten)
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