Von Kurt Schridde und Robert Tyburski
Bevor nach dem Zweiten Weltkrieg Dr. Med. Repschläger seine Praxis im Ort eröffnete, waren die nächsten Arztpraxen in Groß Ilsede und Ölsburg.
Anfang des 19. Jahrhunderts war der Weg zum Arzt noch viel weiter, wie ein Schreiben des Amtsvogtes aus Peine zeigt (Archiv des Landkreises Peine, Dokument Gea 0.271):
Dem Bauermeister Grote in Klein Bülten
Der Bauermeister Grote hatte in der Gemeinde dienstlich bekannt zu machen, dass der Wundarzt Jochen Melchior Conrad Lege junior zu Bierbergen zum Landchirurgus für königliches Amt Peine ernannt worden sei.
Klein Bülten 18ten Juni 1821
Im Auftrage königlichen Amte Peine
Der Amtsvogt Stüveke
Homöopath als Lebenspfleger
Seine Patienten verehrten und liebten ihn vom ersten Gespräch an.
Sein Wissen und seine Zuwendung vermittelten Geborgenheit.
Gespräche mit Dr. med. Gerhard Repschläger, der am 16. Juli 1994 im verträumten Marwede starb, vergass man nicht.
Er kannte seine Patienten und führte sie zur Selbsterkenntnis.
Er heilte nicht nur die Krankheiten, sondern machte den ganzen Menschen gesund.
Lebenspflege nannte er das.
Dr. Repschläger, Jahrgang 1916, war im Krieg Truppenarzt und kam 1945 nach Klein Bülten.
Er arbeitete am Bültener Krankenhaus und wohnte bei dem Bauern Wilhelm Grote, wo er dann auch eine Praxis eröffnete.
Er baute sich 1952 am Maschtor 406 ein Holzhaus mit massiven Untergrund und einer Autogarage und legte sich einen wunderschönen Garten an.
1955 kam er mit Homöopathie in Berührung und war fasziniert.
Damals sah er, wie seiner schwerkranken Frau durch homöopathische Behandlung geholfen wurde, Dr. Repschläger, der auch lange Werksarzt der Ilseder Schlackenverwertung war, entschied sich für diese Heilmethode.
Es war ein Entschluss zum lebenslangen Lernen, schliesslich zur Herausgabe von Büchern über sein Arbeitsgebiet.
1972 zog er sich in die Heide zurück.
Zu seiner Freude praktizierte er ab 1988 gemeinsam mit seinem Sohn Klaus, und bis zuletzt war der Senior auf der Suche nach nicht erkannten Zusammenhängen.
Als Vorsitzender der Zentralvereinigung homöopathischer Ärzte Niedersachsens und anderer Gruppen bemühte er sich zudem um ein Miteinander von Schulmedizin und Naturheilkunde.
Der Mann, der sich tiefe Einblicke in die Lebensgeheimnisse ermöglichte, war ein vorbildlicher Arzt und Menbschenfreund.
Nachfolger von Dr. Med. Repschläger in Bülten wurde 1972 Dr. med. Mehmet Güngören, der zunächst die Praxis im Haus von Dr. Repschläger führte.
1980 zog er mit seiner Familie und der Arztpraxis in das von ihm erworbene Haus Ölsburger Weg 18 (ehemaliges Schulgebäude) um.
Er gab die Praxis 1997 aus Altersgründen auf.
Sein Nachfolger ist der prakt. Arzt Alexei Toulainov, der die Praxis modernisierte und hier in dem Gebäude wohnt, nachdem Dr. Güngören 1999 auch die Wohnung aufgegeben und nach Peine umgezogen war.
Zahnarzt Alfons Meyer
Seit 1951 praktizierte in Klein Bülten der Zahnarzt Alfons Meyer, der seine Praxis im Haus Waldweg 219 bei Familie Wulfes hatte und 1955 in den Neubau von Schlachtermeister Krüger umzog.
Hier unterhielt er neben seiner Zahnarztpraxis auch ein Labor für Zahntechnik.
Es wurden für die eigene Praxis hauptsächlich Prothesen und Kronen angefertigt.
Modelle wurden noch gestanzt, während sie heute bei modernerer Technik gegossen werden.
Zu dieser Zeit kannte man auch noch keine Porzellankronen.
Mitte der 60er Jahre verlegte Zahnarzt Meyer seine Praxis nach Peine in die Bahnhofstrasse.
Quellen: Chronik Richard Schulze/ Archiv des LK Peine/ PAZ 1994
© Heimat- und Bergbauverein Klein Bülten von 1997 e.V.
(Text: aus » Bulthem Luttken Bulten Klein Bülten, Die Geschichte des Dorfes Bülten)
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