Im Südwestbereich des ”Bültener Holzes” findet man gut zugängliche Grabhügel. Sie liegen am Weg, der von Groß Bülten nach Rosenthal führt und sind nur wenige Schritte in den Wald entfernt. Ein kleiner Waldweg führt direkt zu dem alten Grabfeld. Obwohl auf den Grabhügeln inzwischen zum Teil mächtige Bäume gewachsen sind, sind die Grabstellen noch gut zu erkennen.
Bereits am Waldrand neben dem Waldweg zu den Hügelgräbern weist ein Findling mit der Aufschrift ”Gräberfeld der Bronzezeit, ca. 1000 v.Chr.” auf den historischen Friedhof im Bültener Holz hin.
Frühzeitliches aus Klein Bülten
Von Thomas Budde M. A
Im Bültener Holz liegt das grösste Hügelgrab des Landkreises
Der Brauch, Gräber durch Überhügelung dauerhaft kenntlich zu machen und damit eine Stätte des Totengedenkens zu schaffen, war in der Vorgeschichte bei verschiedenen Kulturen über die Zeiten weit verbreitet. In Nord-und Mitteldeutschland ist die Grabhügellung seit dem vierten Jahrtausend v. Chr nachweisbar. Ihre Erfinder waren aber kaum in Peine heimisch, daher ist frühestens mit den “Becherkulturen” der späteren Jungsteinzeit die Einführung der imposanten Hügel (Tamuli) erfolgt. In der darauf folgenden Brotzeit (2000-750 Jahre vor unserer Zeitrechnung) wurde der Hügel zur charakteristischen Grabform.
Im Kreis Peine sind heute mehr als 150 Grabhügel erhalten, die sich auf sechs Grabhügelfelder oder Gruppen in verschiedenen Waldstücken verteilen. Dies ist sicher nur ein kleiner Teil des einst vorhandenen Bestandes. Gerade im vergangenen Jahrhundert ist eine Vielzahl von Grabhügeln durch intensive Landwirtschaft und in jüngerer Zeit noch durch Kiesabbau zerstört worden, etwa bei Wehnsehorst und dem Wöhrsberg bei Eixe. Heute sind die Hügel stark abgeflacht und oft nur schwer von natürlichen Bodenerhebungen zu unterscheiden. Auffallend ist ihre variable Grösse ( 6 bis 23 Meter Durchmesser). Nur bei den Hügelgruppen im Bültener Heers einheitlich kleine Hügel von rund 8 bis 10 Metern Durchmesser vor. Viele weisen als Zeichen früherer Beraubung “Trichtergruben” auf.
Archäologische Untersuchungen an Hügelgräbern wurden bisher im Adenstedter Lah und an wenigen anderortigen Einzelhügeln unternommen. Hinzu kommen Fundbergungen im Bereich zerstörter Hügel und auch Ackerflächen. Die dabei geborgenen Funde datieren meist in die jüngere Bronzezeit und frühe Eisenzeit (ca 1100-650 v. Chr.).
Im Waldgebiet des Gröning-der Name deutet bereits auf alle Grabstätten hin-liegt das wohl schönste und am besten erhaltene Grabhügelfeld. Es umfasst mehr als 54 Hügel unterschiedlicher Grösse, die im westlichen Teil des Waldes, in lockerer Gruppierung verteilt sind. 1938 begannen Grabungen, um die Entstehungszeit dieser Gräber zu ermitteln. Dabei wurde als Zentralbestattung ein “Scheiterhaufengrab” nachgewiesen, das in die jüngere Bronzezeit datiert.
Der Scheiterhaufen wird bei dieser Bestattungsform nach der Totenverbrennung unmittelbar überhügelt. In den Scheiterhaufenresten fanden sich die Scherben eines als Beigabe mitverbrannten verzierten Tongefässes und eine geflügelte Feuersteinpfeilspitze. Unter der Hügelschüttung waren neben einer kleinen Leichenbrandgrube mehrere Steinpflasterungen angelegt, die weitere-doch leider unbestimmte-Hinweise auf das Bestattungsritual geben.
In dem Waldstück “Lichte Eichen” im Westteil des Bültener Holzes liegt eine Gruppe von hier staatlichen Grabhügeln. Archäologische Untersuchungen gab es dort bisher nicht. Auf dem südlichen Hügel zeichnete sich bis zur Wiederherrichtung vor einigen Jahren die tiefe Trichtergrube einer 1912 erfolgten Baugrabung ab. Weitere Buckelgräber befinden sich im Solschener Teil des Heers.
Quelle: Führungsblatt 17 des Kreisheimat-Museums, 1999; Grabhügel im Landkreis Peine
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